Fjorde in Norwegen: 7 spektakuläre Naturwunder, die du sehen musst

Fjorde in Norwegen: 7 spektakuläre Naturwunder, die du sehen musst

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04 February

Veröffentlicht am February 4, 2026
Letzte Aktualisierung: February 4, 2026

Du stehst auf dem Preikestolen. 600 Meter unter dir liegt das Wasser – so ruhig, dass es fast surreal wirkt. Kein Ozean, keine Wellen, kein Horizont. Ein Fjord ist ein tiefer Meeresarm, der weit ins Festland hineinreicht. Er entstand durch gewaltige Gletscher, die tiefe Täler in das Gestein gegraben haben. Was hier unten glänzt, war also einmal ein Tal. Eis hat es geformt, und nun ist es mit Salzwasser gefüllt. Genau das macht Fjorde in Norwegen so besonders.

Ein Fjord ist kein hübscher Bergsee. Er ist das Ergebnis von Zeit, Druck und Bewegung. Der faszinierende Kontrast zwischen tiefblauem Wasser und schneebedeckten Gipfeln wirkt oft unwirklich, selbst wenn du direkt davorstehst. Dabei ist kein Fjord wie der andere. Jeder hat seine eigenen Besonderheiten. Deshalb lohnt es sich, mehrere davon zu erleben. Wir stellen dir sieben besonders eindrucksvolle Naturwunder genauer vor.

Was ist ein Fjord und wie entstanden die norwegischen Giganten?

Die Definition eines Fjords ist klar, doch sein tatsächliches Ausmaß erschließt sich dir erst, wenn du am Ufer stehst. Diese Landschaften entstanden über Millionen von Jahren – gewaltig langsam und gewaltig effektiv. Gletscher schoben sich vom Landesinneren Richtung Küste und fraßen sich tief ins Gestein. Als das Eis schmolz, füllte Meerwasser die zurückgebliebenen Täler.

Folgende Merkmale sind charakteristisch für einen Fjord:

  • U-förmige Täler mit steilen Wänden
  • Salzwasser (da sie mit dem Meer verbunden sind)
  • Oft hunderte Meter tief
  • Berghänge, die direkt aus dem Wasser aufsteigen

Trotz dieser beeindruckenden Dimensionen wirken viele Gebiete überraschend still. Sie sind geschützter als das offene Meer. Deshalb kannst du hier oft mit dem Kajak über spiegelglattes Wasser gleiten. Die optische Wucht der Landschaft bildet dabei einen starken Kontrast zur Ruhe auf dem Wasser.

Geirangerfjord und Nærøyfjord: Das Erbe der UNESCO

Wenn es um die schönsten Regionen geht, dürfen der Geirangerfjord und der Nærøyfjord auf keinen Fall fehlen. Diese beiden sind weltberühmt und gehören seit 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Geirangerfjord beeindruckt durch seine fast senkrecht abfallenden Felswände, an denen berühmte Wasserfälle wie die „Sieben Schwestern“ und der „Freier“ (direkt gegenüber) herabstürzen. Wenn du auf dem Boot stehst, spürst du den feinen Sprühnebel im Gesicht, während du verlassene Bergbauernhöfe wie Skageflå bewunderst, die wie Adlerhorste hoch oben am Hang thronen. Ein Aufstieg dorthin lohnt sich für alle, die Einsamkeit und einen unvergleichlichen Panoramablick suchen.

An Land bietet die Adlerstraße (Ørnesvingen) mit ihren elf Haarnadelkurven eine spektakuläre Auffahrt. Am Aussichtspunkt wirst du verstehen, warum dieser Ort als Inbegriff der norwegischen Landschaft gilt. Ganz anders wirkt der Nærøyfjord. Er ist der schmalste Arm des Sognefjords und an manchen Stellen nur 250 Meter breit. Hier ragen die Berge bis zu 1.800 Meter in die Höhe, was eine fast mystische Atmosphäre schafft. Eine Fahrt mit der Elektrofähre ist hier besonders zu empfehlen, da sie lautlos durch das Wasser gleitet und die Stille der Natur nicht stört.

Insider-Tipp: Die besten Zeiten für einen Besuch sind der frühe Morgen oder der späte Nachmittag. So kannst du den Ansturm der Kreuzfahrtschiffe umgehen, die hier insbesondere zur besten Reisezeit für Norwegen zahlreich unterwegs sind.

Ein Kreuzfahrtschiff fährt durch den tiefblauen Geirangerfjord in Norwegen, vorbei an der berühmten Wasserfallgruppe ‚Die Sieben Schwestern‘ und schneebedeckten Gipfeln.

Sognefjord: Der König der Fjorde und seine Abenteuer

Der Sognefjord trägt seinen Beinamen „König“ völlig zu Recht. Mit über 200 Kilometern Länge und einer Tiefe von bis zu 1.300 Metern ist er ein geologischer Gigant. Er verzweigt sich in unzählige Seitenarme wie den Aurlandsfjord, der dich tief in das Herz der norwegischen Bergwelt führt. In dieser Region steht das Erlebnis im Vordergrund.

Die Flåmsbana ist dabei ein absolutes Muss: Auf einer Strecke von nur 20 Kilometern überwindet der Zug fast 900 Höhenmeter. Du fährst vorbei an tobenden Wasserfällen und durch 20 Tunnel, während sich das Landschaftsbild von saftigem Grün zu schroffen Felsen wandelt.

Wenn du den Adrenalinkick suchst, solltest du zum Stegastein-Aussichtspunkt fahren. Die Konstruktion aus Holz und Glas ragt 30 Meter weit über den Abgrund hinaus und gibt dir das Gefühl, über dem Fjord zu schweben. Doch der Sognefjord kann auch sanft sein: In den fruchtbaren Gebieten entlang des Wassers werden seit Jahrhunderten hochwertige Lebensmittel produziert. Es ist ein Ort der Kontraste, wo du morgens auf einem Gletscher wandern und nachmittags in einem gemütlichen Café am Wasser hausgemachten Beerensaft trinken kannst.

Insider-Tipp: Die Stabkirche von Urnes ist die älteste ihrer Art. Um dorthin zu gelangen, nimm die kleine Fähre von Solvorn aus. Das filigrane Schnitzwerk an der Kirche verbindet Wikinger-Motive mit christlicher Symbolik. Es ist ein stilles Zeugnis norwegischer Kulturgeschichte, das du nicht verpassen solltest.

Blick von oben auf den weiten, blauen Sognefjord in Norwegen, umgeben von steilen, grünen Bergen mit schneebedeckten Gipfeln unter klarem Himmel.

Hardangerfjord: Obstblüte und der Weg zur Trolltunga

Der Hardangerfjord ist bekannt für seine fast lieblich wirkende Landschaft, die ihm den Namen „Garten Norwegens“ eingebracht hat. Besonders im Mai, wenn zehntausende Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume blühen, bietet sich dir ein Farbspektakel vor dem Hintergrund tiefblauer Gewässer und schneebedeckter Gipfel.

Diese Region ist das Zentrum der norwegischen Cider-Produktion. Viele Höfe bieten Verkostungen an, bei denen du lernst, wie der Boden und das Klima den Geschmack der Äpfel beeinflussen. Ein Glas Hardanger-Cider auf einer Sonnenterrasse am Fjord ist der Inbegriff von norwegischem „Kos“ (Gemütlichkeit).

Hinter dieser Idylle verbirgt sich jedoch eine der größten sportlichen Herausforderungen des Landes: die Wanderung zur Trolltunga. Die „Trollzunge“ ist ein horizontaler Felsvorsprung, der etwa 700 Meter über dem See Ringedalsvatnet schwebt. Mit 27 Kilometern (Hin- und Rückweg) und über 800 Höhenmetern ist die Tour extrem fordernd. Sie erfordert eine sehr gute körperliche Verfassung sowie alpine Ausrüstung. Doch der Moment, in dem du auf der Spitze des Felsens stehst, ist mit keinem anderen Gefühl der Welt vergleichbar.

Insider-Tipp: Wenn du die Trolltunga-Wanderung planst, solltest du ein Guiding-Unternehmen in Betracht ziehen – besonders außerhalb der Hochsaison (Juni bis August). Das Wetter kann hier innerhalb von Minuten umschlagen. Erfahrene Guides sorgen dafür, dass du sicher ans Ziel und wieder zurückkommst.

Der spektakuläre Wasserfall Vøringsfossen stürzt in eine tiefe Schlucht des Hardangerfjords in Norwegen, umgeben von nebligen Klippen.

Lysefjord: Wandern am Abgrund des Preikestolen

Der Lysefjord ist die dramatische Bühne Südnorwegens. Hier findest du den Preikestolen (die Kanzel), eines der meistfotografierten Naturwunder weltweit. Die Wanderung dorthin ist moderat, erfordert aber dennoch Trittsicherheit auf den steinigen Pfaden, die oft von nepalesischen Sherpas kunstvoll befestigt wurden. Oben angekommen, stehst du auf einem fast quadratischen Plateau ohne Geländer. Der Blick nach unten in das 604 Meter tiefe Blau ist nichts für schwache Nerven, aber das Gefühl von Freiheit ist grenzenlos.

Noch spektakulärer ist der Kjerag, der höchste Punkt des Fjords. Hier wartet der Kjeragbolten auf die Mutigsten: ein runder Felsbrocken, der fest in einer Felsspalte eingeklemmt ist. Wenn du dich traust, darauf zu treten, schwebst du über 1.000 Meter über dem Abgrund. Der Lysefjord ist zudem ein Paradies für Basejumper und Kletterer, die die senkrechten Granitwände als ultimative Herausforderung suchen. Wer es ruhiger mag, wählt eine Fjord-Safari mit dem RIB-Boot, um Robben zu beobachten oder die „Vagabundenhöhle“ zu besichtigen.

Insider-Tipp: Besuche das Dorf Flørli. Es ist nur per Boot erreichbar und beherbergt die längste Holztreppe der Welt mit genau 4.444 Stufen. Der Aufstieg entlang der alten Wasserleitung ist schweißtreibend, aber die Aussicht und das historische Ambiente des alten Kraftwerks sind jede Anstrengung wert.

Spektakulärer Blick von oben auf den schmalen, blauen Lysefjord in Norwegen, eingebettet zwischen gigantischen, steilen Felswänden unter strahlend blauem Himmel.

Nordfjord: Gletscher und Adrenalin

Im Nordfjord treffen Extreme aufeinander: vom offenen Meer bis hin zu den ewigen Eismassen des Jostedalsbreen. Hier erlebst du hautnah, wie das Schmelzwasser der Gletscher den Fjord in ein tiefes Türkis färbt. In Loen findest du eine der modernsten Attraktionen des Landes: den Loen Skylift. Er bringt dich in nur fünf Minuten vom Meeresniveau auf 1.011 Meter Höhe auf den Berg Hoven. Von dort oben hast du einen Rundumblick, der den gesamten Fjord und die umliegenden Bergketten umfasst.

Für Abenteurer ist die Via Ferrata Loen das absolute Highlight. Auf diesem gesicherten Klettersteig überquerst du unter anderem die Gjølmunnebrua. Es ist die längste Via-Ferrata-Brücke Europas, die in schwindelerregender Höhe über eine Schlucht führt. Nach so viel Adrenalin bietet der Nordfjord aber auch Entspannung: Wandere zum Hornindalsvatnet, dem tiefsten See Europas, oder surfe am weißen Sandstrand von Ervik an der Westkap-Küste, wo die Wellen des Atlantiks ungehindert auf das Land treffen.

Insider-Tipp: Besuche das Norwegische Gletschermuseum in Fjærland. Es ist architektonisch beeindruckend und erklärt sehr anschaulich, wie die Eismassen die Fjorde in Norwegen geformt haben. Zudem erfährst du dort alles über die Auswirkungen des Klimawandels auf die heutigen Gletscher.

Blick auf den ruhigen, blauen Nordfjord in Norwegen, umgeben von grünen Tälern und schneebedeckten Bergen unter einem sonnigen Himmel.

Trollfjord: Das versteckte Wunder der Lofoten

Der Trollfjord ist klein, aber oho. Er liegt versteckt in der Inselwelt der Lofoten und Vesterålen und ist nur knapp zwei Kilometer lang. Seine Einfahrt ist so schmal, dass man das Gefühl hat, die Felswände mit der Hand berühren zu können, wenn man mit dem Schiff hineinfährt. Die bis zu 1.000 Meter hohen Berge ragen steil aus dem Wasser empor und lassen kaum Platz für Uferwege. Da keine Straßen hinführen, ist die Anreise per Boot von Svolvær aus die einzige Möglichkeit, dieses Naturwunder zu erleben.

In den dunklen Felsspalten nisten zahlreiche Seeadler, die man oft dabei beobachten kann, wie sie mit beeindruckender Spannweite über den Fjord kreisen. Die Atmosphäre hier oben im Norden ist rau und ursprünglich. Im Winter, wenn die Berge schneebedeckt sind und die Polarlichter über dem Fjord tanzen, wirkt der Trollfjord wie aus einer anderen Welt. Es ist ein Ort der Stille, an dem man die Kraft der Arktis spürt und versteht, warum die norwegischen Sagen hier so viele Geschichten über Trolle und Fabelwesen angesiedelt haben.

Insider-Tipp: Buche eine Tour mit einem Hybrid-Elektroschiff. Diese Schiffe schalten bei der Einfahrt in den Fjord auf Elektroantrieb um. Ohne Motorengeräusche hörst du nur noch das Rauschen der Wasserfälle und das Kreischen der Seevögel – ein Gänsehaut-Moment, der die Magie dieses Ortes perfekt unterstreicht.

Ein rotes Fischerboot liegt an einem Steg im Trollfjord auf den Lofoten, umgeben von majestätischen Bergen unter einem farbenfrohen Abendhimmel.

Praktische Reisetipps: Fortbewegung und beste Reisezeit

Norwegen ist riesig. Um von Ort zu Ort zu gelangen, ist das Auto oder die Fähre oft die beste Wahl. Züge sind zwar eine tolle Option, halten aber natürlich nicht an jedem versteckten Aussichtspunkt, den du vielleicht auf deiner Karte markiert hast.

Wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, solltest du wissen, dass viele Passstraßen im Winter gesperrt sind. Berücksichtige das unbedingt bei deiner Planung. Die Sommermonate bieten die beste Zugänglichkeit für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten.

Insider-Tipp: Die öffentlichen Verkehrsmittel in Norwegen sind zuverlässig, erfordern aber etwas Vorab-Planung. Lade dir die App „Entur“ herunter, um stets den Überblick über alle Verbindungen zu behalten. Für Wanderungen ist UT.no die absolut beste Empfehlung.

Bereit für das Abenteuer deines Lebens?

Die norwegische Wildnis ist mehr als nur eine Kulisse für Fotos; sie ist eine Begegnung mit der reinen Urgewalt der Natur. Wenn du am Rand eines Fjords stehst und die kühle, klare Luft einatmest, spürst du eine tiefe Demut und Freiheit, die man im Alltag oft vermisst. Diese Landschaften fordern dich heraus, sie fordern deine Aufmerksamkeit und manchmal deine ganze Kraft – aber sie geben dir eine unvergleichliche innere Ruhe zurück.

Solche lebensverändernden Momente entfalten ihre wahre Magie jedoch erst, wenn man sie nicht alleine erlebt. Die Stille der Natur und der Adrenalinkick am Abgrund fühlen sich noch intensiver an, wenn man sie mit Menschen teilt, die dieselbe Abenteuerlust und denselben Wissensdurst verspüren wie du. Gemeinsames Staunen schweißt zusammen und macht aus einer einfachen Reise eine Sammlung von unvergesslichen Erinnerungen.

Organisierte Norwegen Reisen bieten dir die perfekte Gelegenheit, genau diese Gleichgesinnten zu finden. Gemeinsam entdeckt ihr die verborgenen Winkel der Fjorde, meistert anspruchsvolle Pfade und erlebt Momente, die man alleine kaum in Worte fassen könnte. Bist du bereit, das nächste Kapitel deiner Geschichte in der norwegischen Wildnis zu schreiben?

Eine Gruppe von WeRoad-Reisenden sitzt auf einem Berggipfel und genießt den spektakulären Panoramablick auf die Inseln und Fjorde der Lofoten in Norwegen.WeRoad organisierten Gruppenreise nach Norwegen.
WeRoad Team
Written by WeRoad Team