

Einst reiste der Gott des Donners auf einem weißen Hirsch zum Berg Mikasa in Nara, Japan. Seither sind die Hirsche von Nara heilig und die Menschen müssen ihnen gebührenden Respekt zollen. So zumindest lautet die Legende. Fakt ist: Nara war Japans erste ständige Hauptstadt und damit Vorgängerin von Kyoto und Tokyo. Ein Ort voller Geschichte und Kultur.
Berühmt ist Nara nicht nur für die freundlichen, freilaufenden Hirsche, sondern auch für eindrucksvolle Tempel. Die Stadt beherbergt gleich mehrere UNESCO-Welterbestätten wie den Todai-ji-Tempel und den Kasuga-Taisha-Schrein. Neben den berühmten Sehenswürdigkeiten birgt Nara versteckte Juwelen wie den Isuien-Garten und den Nara-Park. Lass dich von uns zu den Attraktionen Naras entführen, erfahre die wichtigsten Insider-Tipps und praktische Ratschläge für einen gelungenen Besuch und eine unvergessliche Zeit. Ganz gleich, ob du Geschichts- oder Naturliebhaber bist, Nara verspricht dir einzigartige Erinnerungen.
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Nara Park: Das Herzstück der Stadt mit zahmen Hirschen
Vor über tausend Jahren soll die Shinto-Gottheit Takemikazuchi-no-mikoto auf dem Rücken eines weißen Hirsches in die Stadt Nara geritten sein. Takemikazuchi-no-mikoto wird zusammen mit drei weiteren Göttern im Kasuga-Taisha-Tempel verehrt. Der Tempel ist noch heute im Nara-Park in Japan zu finden. Die Legende besagt, dass die Götter des Schreins Boten in Form von Sika Hirschen in die Stadt schicken, um über ihn zu wachen.
Mehr als 1.200 Sika Hirsche leben heute im Nara-Park. Ihr Lieblingsessen – und das einzige, womit sie von Besuchern gefüttert werden dürfen – sind die Shika senbei. Dabei handelt es sich um speziell für die Hirsche gebackene Kekse, die im Park verkauft werden. Manchmal werden die friedlichen Tiere ungeduldig, wenn sie die Kekse fressen wollen. Wer den Park mit kleinen den Park besucht, sollte daher vorsichtig sein. Wenn du kein Futter hast, lassen dich die Tiere in Ruhe. Halte deine Hände hoch, um zu zeigen, dass sie leer sind und die Hirsche werden weiterziehen. Den männlichen Tieren wird jedes Jahr im Herbst das Geweih abgeschnitten. Für die Hirsche ist dies schmerzlos. Im Oktober kannst du das Ritual, das seit der Edo-Zeit unverändert fortgeführt wird, aus nächster Nähe beobachten.

Todai-ji Tempel: die Heimat des gigantischen Daibutsu
Der Todai-ji Tempel geht auf einen Tempel zurück, der bereits im Jahr 728 in Nara, Japan gegründet wurde. Im Tempel namens Kinshō-ji sollte der Geist von Kronprinz Motoi, Sohn von Kaiser Shōmu, Ruhe finden. Als Nara zur Hauptstadt wurde, begann man auf dem Gelände mit dem Bau einer kolossalen Buddha-Statue, der Daibutsu. Gleichzeitig wurde die große Buddha-Halle gebaut. 752 wurde die Buddha-Statue mit einer aufwendigen Zeremonie eingeweiht. Anschließend überwachte das Amt für den Bau des Tōdai-ji den Bau der West- und Ostpagode, der Vortragshalle und der Mönchsquartiere, um den Tempelkomplex zu vervollständigen.
Der Tōdai-ji wurde als Haupttempel im Kokubun-ji-System zum Zentrum für Rituale für den Frieden. Zudem studierten hier Mönche die buddhistischen Lehren.
Beeindruckende Fakten: Die große Buddha-Statue ist knapp 15 Meter hoch. Allein die Ohren des Buddhas sind 2,5 Meter lang. 2,6 Millionen Menschen waren an der Erschaffung des Großen Buddhas beteiligt. Im Jahr 855 stürzte der Kopf der Statue bei einem schweren Erdbeben ab, wurde jedoch schnell wiederhergestellt.
Todai-ji Tempel Nara Japan heute
Das Herzstück des Todai-ji ist noch immer die Große Buddha-Halle, die Daibutsuden. Die hier ausgestellte Buddha-Statue ist mit einer beeindruckenden Höhe von 15 Metern eine der größten Bronzestatuen der Welt. Der Vairocana-Buddha repräsentiert die buddhistischen Ideale von Frieden und Erleuchtung. Der Tempel selbst ist bekannt für seine massive Holzkonstruktion und gilt als eines der größten Holzgebäude der Welt. Das heutige Bauwerk aus dem Jahr 1709 wurde rekonstruiert, nachdem die ursprünglichen Gebäude durch ein Feuer beschädigt worden waren.

Kasuga-Taisha: der zauberhafte Shinto-Schrein mit Laternen
3.000 Lichter und heilige Hirsche wachen im UNESCO-geschützten Kasugayama-Urwald über den Kasuga-Taisha. Der Kasuga-Taisha-Schrein in Nara ist einer der schönsten Shinto-Schreine Japans. 768 wurde er vom mächtigen Fujiwara-Klan gegründet. Die Metall- und Steinlaternen, welche die Schreingebäude und moosbewachsenen Wege schmücken, werden nur zweimal im Jahr angezündet. Als Zeichen der Hingabe leuchten die Lichter während der Mantoro-Laternenfeste im Februar und August.
Neben seiner spirituellen Atmosphäre zeigt der Schrein kunstvolle Architektur, wertvolle Schätze und traditionelle Rituale, die tief in Japans kulturellem Erbe verwurzelt sind. Zum Schrein gehört ein Museum, das zwei riesige Trommeln als Highlight präsentiert.

Kofuku-ji: der Tempel mit den beeindruckenden Pagoden
Der einflussreichen Familie Fujiwara sind weitere Höhepunkte in Nara, Japan zu verdanken. Dazu gehört der Kofuku-ji-Tempel. Der Tempel wurde zur gleichen Zeit wie Nara gegründet. 710 wurde der Kofuku-ji der Familientempel der Fujiwaras. Das Gebäude spiegelt jedoch nicht nur Macht und Reichtum der Familie Fujiwara wider, sondern ist eines der bedeutendsten buddhistischen Heiligtümer von Nara. Vor allem die fünfstöckige Pagode ist erwähnenswert, denn sie ist die zweitgrößte Holzpagode Japans und Symbol für die alte Hauptstadt Nara. Besichtigt werden kann sie nur von außen. Ein Highlight in Tempelnähe ist das Kofuku-ji Treasure Museum. Es birgt eine eindrucksvolle Sammlung buddhistischer Kunst.
Wenn du schon immer einmal Okonomiyaki, eine Art japanische Pizza, probieren wolltest, wirst du nur unweit vom Kofuku-ji fündig. In einem Restaurant unweit des Tempels wird der belegte Teig traditionell auf heißen Eisenplatten zubereitet.

Yoshiki-en und Isui-en: Ruhe in den schönsten Gärten Naras
Japan im Allgemeinen und Nara im Besonderen sind nicht nur für Tempel und Schreine bekannt. Hier gibt es Gärten, die Kunstwerke gleichen und ruhige Rückzugsorte vom geschäftigen Leben in Nara City bieten. Der Isui-en Garten und der Yoshiki-en Garten sind zwei herausragende Beispiele traditioneller japanischer Gartenkunst, die mit ihrer saisonalen Schönheit und der harmonischen Landschaftsgestaltung ihre Besucher erfreuen. Isui-en, der Garten, der aus dem Wasser entsteht – hier flanierst du zwischen meisterhaft angelegten Grünanlagen und hübschen Teichen mit Blick auf den Todai-ji-Tempel. Nebenan lockt der Yoshiki-en mit seinem Moosgarten, seinem Teich- und seinem Teegarten. Besonders schön ist der Yoshiki-en, wenn sich das Laub der Ahornbäume im Herbst leuchtend rot färbt.
Horyu-ji: die ältesten Holzgebäude der Welt
Die Bauten des Horyu-ji Tempel gehören zu den ältesten Holzgebäuden in Nara, Japan und der Welt. Der buddhistische Tempel wurde 607 zum Gedenken an Kaiser Yomei errichtet. Sein Gründer Prinz Shotoku gilt als Schlüsselfigur für die Verbreitung des Buddhismus in Japan. Er residierte auf dem Tempelgelände bis zu seinem Tod in der achteckigen Yumedono, der Halle der Träume. Diese ließ er der Legende nach errichten, nachdem ihm ein goldener Buddha im Traum erschienen war.
Horyi-ji, Nara, Japan in Zahlen: Das Tempel-Gelände umfasst 187.000 Quadratmeter. 55 Gebäude beherbergen nationale Schätze und Kulturgüter. Der Tempel war 1993 der erste in Japan, der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
Naramachi: das historische Viertel mit Charme
Östlich des Deer-Parks in Nara, Japan liegt das alte Handelsviertel Naramachi mit seinen verwinkelten Gassen und den traditionellen Kaufmannshäusern. Die Altstadt wird von den Machiya geprägt – langen, schmalen Stadthäusern, die einst als Geschäfts- und Wohnräume für Kaufleute dienten. Die Ladenfronten wurden früher gerne schmal gehalten, um Steuern zu sparen. Heute beherbergen die Gebäude Kunstgalerien, angesagte Cafés, Boutiquen und Süßwarenläden. Im Naramachi kannst du stilvolle Mitbringsel finden – die Gefahr ist allerdings, dass du diese am liebsten alle selbst behalten möchtest.
Beste Reisezeit für Nara: Wann ist der perfekte Zeitpunkt?
Damit du all deine liebsten Sehenswürdigkeiten von Nara und Japan im richtigen Licht genießen kannst, ist der perfekte Zeitpunkt für deine Reise entscheidend. Die beste Reisezeit für deinen Besuch in Nara hängt davon ab, was du erleben möchtest. Im Frühling blühen die Kirschblüten überall in der Stadt, im Nara-Deer-Park, in den Gärten und rund um die Tempel wie den Yakushiji Temple in Nara, Japan. Im Sommer verleihen Feste wie das Laternenfest der Stadt eine einzigartige Atmosphäre. Der Herbst taucht die Landschaft in dramatisches Rot und Gold. Nun findet auch das Herbstlaubfest statt. Im Winter hingegen liegt eine magische Ruhe über den Gärten, Tempelgeländen und den historischen Stätten.
Wenn Sie eine Reise nach Japan planen, lohnt es sich, vorher zu wissen, wann die beste Reisezeit für Japan ist, um das Land bei idealen Bedingungen zu erleben.

Ein unvergesslicher Besuch in Nara
Nara, Japan: ein Ort der Geschichte und Geschichten. Vielleicht begeisterst du dich schon lange für die japanische Kultur und Tradition. Vielleicht möchtest du ganz neue Eindrücke sammeln. Nara ist in jedem Fall ein Muss für alle Geschichts-, Kultur- und Naturliebhaber. Nara ist eine einladende und friedliche Stadt. Malerisch und historisch bedeutsam. Nara liegt in der Region Kansai und weniger als eine Stunde von den großen Schwestern Kyoto und Osaka entfernt. Damit kannst du Nara ganz wunderbar als Zwischenstopp auf einer größeren Tour durch Japan einbauen. Um den ganzen Charme der Stadt zu erleben, lohnt es sich jedoch, ein paar Tage zu bleiben und die bekannten und weniger bekannten Seiten Naras kennenzulernen. Plane dein nächstes Abenteuer und tauche ein, in das reiche Erbe einer eindrucksvollen Kultur mit einer Gruppenreise nach Japan.