Schweden ist ein Land, in dem die Natur das Sagen hat – und das ist wunderbar so. Wälder, so dicht, dass selbst Google Maps kapituliert. Seen, die aussehen wie frisch aus einem Fantasyfilm. Und mittendrin du, mit Wanderschuhen, Thermoskanne und dem Gefühl, dass das hier mehr ist als nur Urlaub.
Willkommen im Reich der schwedischen Nationalparks. An diesen Orten ist Freiheit kein leeres Versprechen aus einem Werbespot, sondern Gesetz. Dank des „Allemansrätten“, des schwedischen Jedermannsrechts, darfst du hier fast überall zelten, wandern und die Natur so erleben, wie sie wirklich ist: wild, ungezähmt, echt.
Dieser Guide zeigt dir die schönsten Wildnisgebiete mit Tipps für unvergessliche Wanderungen und wilde Momente. Von Süd bis Nord, vom stillen See bis zur arktischen Tundra.
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Die Essenz der Nationalparks: Allemansrätten und die Wildnis
Bevor du dich ins Abenteuer stürzt, solltest du Schwedens wichtigste Outdoor-Regel kennen: das Allemansrätten. Das ist das Recht, dich frei in der Natur zu bewegen. Es erlaubt dir, fast überall zu wandern, zu zelten oder Beeren zu pflücken.
Aber: Große Freiheit bringt große Verantwortung mit sich. Du musst dich rücksichtsvoll verhalten, darfst nicht stören, zerstören oder Müll hinterlassen. Ein Zelt darf nur für eine Nacht stehen, Feuer gibt’s nur an erlaubten Plätzen, und Elche werden nicht gefüttert (egal, wie sehr sie dich anstarren). Dieses Konzept macht den zeitlosen Zauber dieser Naturwunder aus: Natur erleben, ohne sie zu beherrschen.

Die majestätischen Nationalparks im Norden: Lappland und die Arktis
Willkommen im hohen Norden, wo der Himmel tanzt und die Stille so präsent ist, dass du sie fast hören kannst. Hier, in den Nationalparks von Lappland, beginnt das echte Abenteuer.
Sarek Nationalpark: Europas letzte Wildnis für erfahrene Trekker
Dieser Nationalpark ist nichts für Sonntagswanderer. Keine markierten Wege, keine Hütten, kein Empfang. Stattdessen nur du, deine Begleiter, die wilde, offene Landschaft und vielleicht ein paar Rentiere. Viele erfahrene Wanderer nennen den Nationalpark Sarek „Europas letzte Wildnis“, und das nicht ohne Grund. Wer hier wandert, sucht nicht primär Selfie-Gelegenheiten, sondern das Gefühl völliger Freiheit. Wind, Wetter, Wildnis: Sarek gibt dir alles, was du brauchst – und ein bisschen mehr, als du erwartet hast.

Abisko Nationalpark: Polarlichter, Fjäll-Wandern und der Kungsleden-Start
Weiter westlich wartet der Nationalpark Abisko, der dank seines besonderen Mikroklimas oft wolkenlos ist. Das macht ihn perfekt geeignet, um Polarlichter zu sehen. Außerdem ist hier der Ausgangspunkt für diejenigen, die den legendären Fernwanderweg Kungsleden wandern wollen. Die Kombination aus spektakulären Aussichten, Wasserfällen und Mitternachtssonne macht diesen Park zum Inbegriff schwedischer Naturmagie. Der Abisko Nationalpark ist auch für weniger erfahrene Wanderer ein perfekter Einstieg in die Wildnis. Hier kannst du die Faszination Lapplands ohne große Vorbereitung erleben.

Wälder und Seen: Die Nationalparks in Mittelschweden
In Mittelschweden wird es grüner, dichter und zugänglicher. Das bedeutet aber nicht, dass es weniger spektakulär ist. Die Natur zeigt sich hier von ihrer gemütlicheren Seite, mit klaren Seen, stillen Wäldern und gut ausgeschilderten Pfaden.
Tivedens Nationalpark: Urwälder und geheimnisvolle Seen
Der Tiveden Nationalpark wirkt wie aus einem Märchen. Zwischen gewaltigen Felsbrocken, die aussehen, als hätten Trolle sie gestapelt, findest du tiefe Wälder und spiegelglatte Seen. Die Voraussetzungen sind perfekt für kürzere, mystische Wanderungen oder eine entspannte Kanutour. Manchmal hat man das Gefühl, gleich einem Troll über den Weg zu laufen.

Fulufjället Nationalpark: Wasserfälle, Elche und majestätische Landschaften
In diesem Park wartet Schwedens höchster Wasserfall auf dich: der Njupeskär. Er rauscht imposante 93 Meter in die Tiefe. Wenn du davorstehst, merkst du, wie klein du in dieser Landschaft wirklich bist. Der Fulufjället Nationalpark ist einer der zugänglichsten Schutzgebiete und perfekt für Tageswanderungen und Tierbeobachtungen geeignet. Wer früh aufsteht, kann mit etwas Glück eine Elchmutter und ihren Nachwuchs beim Frühstücken beobachten.

Küste und Inseln: Die maritimen Nationalparks
Schweden kann nicht nur Weite und Wälder. Es kann auch Meer. An der Westküste und im Süden zeigt sich das Land von seiner salzigen Seite: Felseninseln, Meeresrauschen und Möwen.
Kosterhavets Nationalpark: Schwedens erster Meeres-Nationalpark
Der Kosterhavets Nationalpark ist ein Paradies für alle, die lieber paddeln als klettern. Kajakfahren zwischen den Schären, schnorcheln im klaren Wasser oder einfach am Ufer sitzen. Wenn du Schweden maritim erleben willst, bist du hier goldrichtig. Unter der Wasseroberfläche wimmelt es von Leben: von Seesternen bis zu Seegraswiesen.

Stenshuvud Nationalpark: Strand, Wälder und Panoramablicke
Ganz im Süden, an der Ostsee, liegt der Stenshuvud. Dieser Nationalpark bietet dir eine perfekte Mischung aus Küstenwald und Strandidylle. Hier kannst du in kurzer Zeit vom Meer aus hinauf auf eine Anhöhe wandern und wirst mit einem Blick über die ganze Ostküste belohnt.

Tipps für deinen Besuch im Nationalpark: Planung und Verhalten
Auch in der Wildnis gilt: Vorbereitung ist alles. Wer gut plant, kann die großartigen schwedischen Nationalparks in vollen Zügen genießen.
Wandern und Übernachtung
In den Nationalparks gelten oft strengere Regeln als im Rest von Schweden (manchmal ist das Allemansrätten hier eingeschränkt). Informiere dich vorher genau, wo das Zelten erlaubt ist, und halte dich an markierte Wege. Feuer darf nur an den vorgesehenen Stellen gemacht werden und deinen Müll musst du selbstverständlich wieder mitnehmen. Wenn du Tiere siehst, lautet die Devise: staunen, nicht stören.
Anreise und lokale Kulinarik
Viele Touristen beginnen oder beenden ihren Trip zu den Parks in Stockholm. Von dort aus sind die meisten Ziele gut per Bus, Zug oder Mietwagen erreichbar. Plane genug Zeit ein, denn in Schweden ist der Weg oft schon das Ziel. Schließlich ist das Land groß, die Strecken sind lang und gelegentlich kann auch einfach ein Elch über die Straße spazieren.
Vergiss außerdem nicht, dich auch kulinarisch einzustimmen: geräucherter Fisch, frische Beeren oder eine klassische Fika – die gemütliche Pause mit Kaffee und Zimtschnecke – gehören einfach dazu.
Insider-Tipp: Wenn du deine Wildnis-Tour planst, vergiss nicht, die Hauptstadt zu entdecken. Es lohnt sich definitiv, etwas Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Stockholms einzuplanen.

Bereit für die schwedische Wildnis? Dein Abenteuer wartet!
Ob Polarlichter im Norden, stille Seen in Mittelschweden oder Sand zwischen den Zehen im Süden: Die Naturparks in Schweden zeigen dir, wie vielseitig Freiheit aussehen kann. Pack den Rucksack, nimm dir Zeit und lass dich auf ein Land ein, das selbst seine Stille feiern kann.
Möchtest du in den Norden und beeindruckende Polarlichter sehen? Dann ist unsere organisierte Gruppenreise nach Schwedisch Lappland genau das Richtige für dich. Oder zieht es dich eher in die Nationalparks in Südschweden oder an die Küste, wo Meer und Felsen um die Wette glitzern? Schau dir alle unsere organisierten Reisen nach Schweden an und wähle das Abenteuer, das am besten zu dir passt!
